Angela Eßer

Mörderischer Westen

Was haben ein Profi-Dampfgarer, Herzogin-Kartoffeln von Bofrost und ein fabrikneuer BMW miteinander gemein? Richtig, wenn sie in die falschen Hände geraten, können sie einer Menge Leute eine Menge Ärger bereiten. Zumeist Ärger mit tödlichem Ausgang …

Angela Eßer stellt in der Anthologie Mörderischer Westen fesselnde Krimi-Miniaturen von renommierten deutschen Autorinnen und Autoren vor. Der Westen ist schon lange eine mörderische Gegend, jedenfalls literarisch, denn er beherbergt viele Autorinnen und Autoren, die dem deutschsprachigen Krimi wichtige Impulse gegeben haben. Die Auswahl beleuchtet das Verbrechen aus verschiedenen Blickwinkeln, und siehe da, es muss ja nicht immer nur Mord sein, wenn das Gesetz in einem Buch gebrochen wird. Die Krimis bieten mörderisch spannende Unterhaltung, gewürzt mit einer Prise Humor, ein wenig Lokalkolorit und dem einen oder anderen Aha-Effekt.

Krimis von Jürgen Kehrer, Almut Heuner, Marcus Gieske, Ingrid Schmitz, Martin Conrath, Anne Chaplet, Peter Hardcastle, Heidi Rehn, Klaus Seehafer, Harald Schneider, Monika Geier

ISBN 978-3-937357-23-2
€ 9,80

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Krimis von den bekannten Krimi-Autoren


Kritiken

Angela Eßer stellt in dieser Anthologie Miniaturen von 17 renommierten deutschen Krimi-Autoren vor. Mit dem Leipziger Gunter Gerlach ist auch ein Nicht-Westdeutscher darunter. Ob dieser Tatbestand dem Umstand geschuldet ist, dass es im Tatort-Westen schon immer viel mörderischer zuging als im Polizeiruf-Osten? Denn auch Gerlachs Beitrag „On the road: von Lippstadt nach Unna“, grotesk und persiflierend, ist im tiefsten Westen angesiedelt.
Und man lernt in diesem Bändchen sogar einen völlig anderen „Wilsberg“ kennen: „Raucher sind Mörder“, so nennt sich der Alptraum dieses Privatdetektivs, der schließlich mit feinsinniger List eine intolerante Anti-Kampagnen-Gruppe in die Schranken verweisen kann.
Selbstironie schimmert gewollt und gekonnt in mehreren Geschichten von Autoren über die Publicity-Tricks des eigenen Berufsstandes durch, so in Harald Schneiders „Autoren sterben früher“.
Das Glanzlicht dieser Auswahl stellt für den Rezensenten jedoch die Groteske „Second Life – Zweites Leben“ von Ingrid Schmitz dar. Schmitz gibt eine beängstigende und dennoch sehr reale Sicht auf mögliche, auch mörderisch endende, Lebensumstände, wenn sich Menschen voll aus der realen Welt in die virtuelle Welt des Internets zurückziehen.
Alles in allem eine lesenswerte, kurzweilige Auswahl mit sehr viel schwarzem Humor.

Siegfried R. Krebs, freier Journalist